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Wärmebrückenberechnung: psi-Werte, Nachweis und KfW-Förderung

Lesedauer 7 Min. Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026

Wärmebrücken sind Schwachstellen in der Gebäudehülle, an denen mehr Wärme nach außen entweicht als in den angrenzenden Regelbauteilen. An Fensteranschlüssen, Balkonplatten, Deckenrändern, Gebäudeecken und Sockeln fließt Heizenergie ungehindert ab, die Oberflächen kühlen innen aus und es droht Tauwasser mit anschließender Schimmelbildung. Wer diese Verluste rechnerisch erfasst statt sie pauschal abzuschätzen, verbessert die Energiebilanz seines Gebäudes spürbar und schöpft das volle Förderpotenzial aus.

Bei FS Energieberater ermitteln wir für Ihr Wohn- oder Nichtwohngebäude die maßgeblichen Wärmebrückenverlustkoeffizienten (psi-Werte) und führen den passenden Wärmebrückennachweis, damit die Berechnung in Energieausweis, Sanierungsplan oder KfW-Antrag rechtssicher und nachvollziehbar dokumentiert ist.

Was ist eine Wärmebrückenberechnung?

Die Wärmebrückenberechnung quantifiziert die zusätzlichen Transmissionswärmeverluste an den Anschlussstellen von Bauteilen. Für lineare Wärmebrücken wird der längenbezogene Wärmebrückenverlustkoeffizient (psi-Wert in W/(mK)) bestimmt, für punktuelle der chi-Wert. Diese Werte fließen als Zuschlag in den Transmissionswärmetransferkoeffizienten und damit direkt in die energetische Bilanz nach GEG ein. Unser Leistungsumfang umfasst:

  • Sichtung Ihrer Konstruktion und Auswahl des geeigneten Nachweisverfahrens
  • Ermittlung der psi- und chi-Werte je Anschlussdetail
  • Prüfung des Tauwasser- und Schimmelrisikos über das Temperaturfaktor-Kriterium f_Rsi ≥ 0,7 nach DIN 4108-2
  • Erstellung eines prüffähigen Wärmebrückennachweises inklusive Isothermen- und Wärmestromdarstellung
  • Einarbeitung des Ergebnisses in die Effizienzhaus-Berechnung, den Energieausweis oder Ihren Förderantrag

Die drei Verfahren zur Berücksichtigung von Wärmebrücken

Das GEG und die Förderregeln erlauben unterschiedliche Genauigkeitsstufen. Welche für Sie sinnvoll ist, hängt von Bauweise, angestrebtem Effizienzhaus-Niveau und dem Aufwand-Nutzen-Verhältnis ab.

Pauschaler Zuschlag über delta-U_WB

Der einfachste Weg ist ein pauschaler Wärmebrückenzuschlag, der auf die gesamte wärmeübertragende Hüllfläche aufgeschlagen wird. Übliche Ansätze sind:

  • delta-U_WB = 0,10 W/(m²K) als pauschaler Standardzuschlag ohne weiteren Nachweis
  • delta-U_WB = 0,05 W/(m²K) bei Gleichwertigkeitsnachweis nach DIN 4108 Beiblatt 2 (Anschlüsse entsprechen den Musterlösungen)
  • delta-U_WB = 0,15 W/(m²K) als erhöhter Zuschlag für Bauteile mit innenliegender Dämmung und einbindenden Massivbauteilen, wenn kein detaillierter Nachweis geführt wird

Der Pauschalwert ist schnell, verschlechtert aber die Bilanz, weil er die tatsächlich guten Details nicht honoriert.

Gleichwertigkeitsnachweis nach DIN 4108 Beiblatt 2

Bei diesem Verfahren weisen wir nach, dass Ihre Anschlussdetails den Musterlösungen der DIN 4108 Beiblatt 2 gleichwertig sind. Ist die Gleichwertigkeit gegeben, darf der reduzierte Zuschlag von 0,05 W/(m²K) angesetzt werden, ohne jedes Detail einzeln rechnen zu müssen. Das senkt den Aufwand und verbessert gleichzeitig die Energiebilanz gegenüber dem Pauschalansatz.

Detaillierte 2D-Berechnung je Anschlussdetail (FEM)

Für das beste Ergebnis berechnen wir jedes relevante Detail zweidimensional mit einem Finite-Elemente-Verfahren nach DIN EN ISO 10211. Die Software löst das Temperaturfeld im Anschluss numerisch auf und liefert exakte psi-Werte sowie die minimale Oberflächentemperatur. So lassen sich häufig deutlich niedrigere Werte als die Pauschale nachweisen, was bei ambitionierten KfW-Effizienzhäusern oft den Ausschlag gibt. Der detaillierte Nachweis lohnt sich besonders dort, wo geometrisch, materialbedingt oder konstruktiv kritische Anschlüsse vorliegen.

Wann ist eine Wärmebrückenberechnung nötig?

Eine gesonderte Berechnung ist keine Pflicht im engen Sinne, weil das GEG immer den pauschalen Ansatz zulässt. Sinnvoll oder faktisch erforderlich wird sie jedoch in diesen Fällen:

  • bei Neubau und Sanierung mit anspruchsvollem KfW-Effizienzhaus-Ziel, das mit dem Pauschalzuschlag rechnerisch nicht erreicht wird
  • wenn die Effizienzhaus-Bilanz und damit die Förderhöhe optimiert werden soll
  • bei kritischen Konstruktionen mit hohem Tauwasser- und Schimmelrisiko
  • als Bestandteil einer qualifizierten Baubegleitung zur Absicherung der Ausführung
  • zur belastbaren Datengrundlage für Energieausweis, Sanierungsplan und Fördermittelberatung

Ablauf Ihrer Wärmebrückenberechnung

  1. Erstgespräch und Zieldefinition: Wir klären Bauvorhaben, angestrebtes Effizienzhaus-Niveau und den passenden Nachweisweg.
  2. Unterlagenprüfung: Sie stellen uns die Detailpläne bereit, wir sichten die maßgeblichen Anschlüsse.
  3. Detailauswahl: Gemeinsam legen wir fest, welche Anschlüsse pauschal, per Gleichwertigkeit oder detailliert gerechnet werden.
  4. Berechnung: Wir modellieren die Details und ermitteln psi-Werte, chi-Werte sowie den Temperaturfaktor f_Rsi.
  5. Nachweis und Bericht: Sie erhalten einen prüffähigen Wärmebrückennachweis mit Isothermenbildern und Ergebnistabelle.
  6. Einbindung: Das Ergebnis fließt in die Effizienzhaus-Bilanz, den Energieausweis oder den Förderantrag ein.

Welche Unterlagen wir benötigen

  • maßstäbliche Detailpläne der Anschlüsse (Sockel, Fenster, Attika, Dach, Balkon, Ortgang, Bodenplatte)
  • Grundrisse, Schnitte und Ansichten des Gebäudes
  • Angaben zum Wandaufbau und den Materialien mit Wärmeleitfähigkeiten (Lambda-Werte)
  • Informationen zu Dämmstoffdicken, Fenstern und der geplanten Konstruktion

Liegen einzelne Detailpläne noch nicht vor, unterstützen wir Sie bei der Erstellung praxisgerechter, wärmebrückenoptimierter Anschlüsse.

Ihre Vorteile

  • Geringerer Transmissionswärmeverlust durch realistisch niedrige psi-Werte statt pauschaler Zuschläge
  • Bessere KfW-Effizienzhaus-Bilanz und dadurch häufig eine höhere Förderstufe
  • Mehr Förderung, weil ein verbessertes Effizienzhaus-Niveau höhere Tilgungszuschüsse ermöglicht
  • Vermeidung von Tauwasser und Schimmel durch Einhaltung des f_Rsi-Kriteriums
  • Geringere Heizkosten und ein behaglicheres, gesünderes Raumklima
  • Rechtssichere Dokumentation für Bauantrag, Förderprüfung und spätere Nachweise

Förderung und Kosten

Die Wärmebrückenberechnung ist selten Selbstzweck, sondern zahlt auf die Förderung ein. Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) honoriert die KfW ein besseres Effizienzhaus-Niveau mit höheren Tilgungszuschüssen und zinsgünstigen Krediten (BEG Wohn- bzw. Nichtwohngebäude), während die BAFA Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle bezuschusst. Ein detaillierter Wärmebrückennachweis kann genau die Punkte in der Bilanz bringen, die den Sprung in die nächste Effizienzhaus-Stufe ermöglichen. Die Berechnung selbst ist zudem regelmäßig Teil der förderfähigen Planungs- und Baubegleitungsleistungen.

Die konkreten Förderquoten und Programmbedingungen ändern sich fortlaufend; die hier genannten Rahmen entsprechen dem aktuell gültigen Stand und können angepasst werden. In unserer Fördermittelberatung prüfen wir für Ihr Vorhaben, welches Programm die größte Wirkung erzielt. Den passenden Nachweisweg und den damit verbundenen Aufwand stimmen wir vorab transparent mit Ihnen ab.

Für wen sich die Wärmebrückenberechnung eignet

  • Bauherren im Neubau, die ein KfW-Effizienzhaus realisieren möchten
  • Eigentümer bei energetischer Sanierung mit Förderabsicht
  • Planer und Architekten, die einen belastbaren Wärmebrückennachweis benötigen
  • Unternehmen mit Nichtwohngebäuden, die ihre Gebäudehülle optimieren

Die Berechnung ergänzt sich ideal mit unserer Heizlastberechnung, dem Wärmeschutznachweis nach GEG und dem Erstellen eines Energieausweises.

Häufige Fragen zur Wärmebrückenberechnung

Was ist ein psi-Wert?

Der psi-Wert (Wärmebrückenverlustkoeffizient) beschreibt den zusätzlichen Wärmeverlust einer linearen Wärmebrücke je Meter Anschlusslänge in W/(mK). Je kleiner der Wert, desto weniger Energie geht am Anschluss verloren. Punktförmige Wärmebrücken werden über den chi-Wert erfasst.

Wo entstehen Wärmebrücken?

Wärmebrücken treten geometriebedingt an Ecken und auskragenden Bauteilen, materialbedingt an Stellen mit unterschiedlicher Wärmeleitfähigkeit wie Stahlbetonstützen und konstruktionsbedingt an durchdrungenen Anschlüssen wie Rollladenkästen, Fensterlaibungen oder Balkonplatten auf. Typische Orte sind Sockel, Deckenränder, Fenster und Attika.

Welches Verfahren ist das richtige für mein Projekt?

Für einfache Anforderungen genügt oft der pauschale Zuschlag oder der Gleichwertigkeitsnachweis nach DIN 4108 Beiblatt 2. Soll ein ambitioniertes Effizienzhaus-Ziel und maximale Förderung erreicht werden, empfehlen wir die detaillierte 2D-Berechnung je Detail, weil sie die niedrigsten psi-Werte belastbar nachweist. Wir entscheiden das gemeinsam nach Nutzen und Aufwand.

Wie verhindert die Berechnung Schimmel?

Neben dem Wärmeverlust prüfen wir den Temperaturfaktor f_Rsi an der kritischen Innenoberfläche. Wird der Grenzwert von 0,7 nach DIN 4108-2 eingehalten, bleibt die Oberfläche warm genug, sodass kein Tauwasser ausfällt und Schimmel dauerhaft vermieden wird.

Welche Normen gelten für die Berechnung?

Maßgeblich sind DIN EN ISO 10211 für die numerische Berechnung der Wärmeströme, DIN 4108 Beiblatt 2 für Gleichwertigkeit und Musterlösungen sowie DIN 4108-2 für das Mindestwärmeschutz- und f_Rsi-Kriterium. Die Bilanzierung erfolgt im Rahmen des GEG.

Kann ich die Wärmebrückenberechnung selbst durchführen?

In der Praxis kaum, denn eine belastbare Berechnung erfordert bauphysikalisches Fachwissen, spezielle FEM-Software und Erfahrung mit den Nachweisregeln. Ein Fehler kann Förderung oder Bauantrag gefährden. Deshalb übernimmt diese Aufgabe ein qualifizierter Energieberater.

Sie planen einen Neubau oder eine geförderte Sanierung und möchten Wärmebrücken korrekt und förderoptimiert nachweisen? Vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch mit FS Energieberater. Wir empfehlen den passenden Nachweisweg und binden das Ergebnis nahtlos in Ihre Energieberatung ein. Jetzt Kontakt aufnehmen.


Was können wir für Sie tun?

Ihr Ansprechpartner – Dennis Fleischmann
Dennis Fleischmann
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